Wat es eijentlich ene Knallkopp?

 

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Die Geschichte der Knallköpp in Eschmar

 

In der Nachbarschaft der Gaststätte Kels ("Beim Draut op de Löng", heute: "Zur gemütlichen Ecke") fanden 1948 kurz nacheinander drei Goldhochzeiten statt. Während den mit jedem Fest immer stimmungsvolleren Vorbereitungen beschlossen die jüngeren Männer, recht bald wieder gemeinsam etwas zu unternehmen. So feierte man auch den Jahreswechsel sehr intensiv in der Gaststätte Kels. Im Verlauf dieser Feier wurden die jungen Männer der Nachbarschaft für ihren nicht enden wollenden Spaß an der Freud und ähnlichen Verdiensten ausgezeichnet. Wirtin Draut (Gertrud Siebertz) verlieh ihnen aus Pappe gebastelte Orden und rief ihnen zu: "ühr sid doch all Knallköpp!" Hiermit war der Name der zukünftigen Karnevalsgesellschaft geboren.


Gruppenfoto vor dem Vereinslokal anläßlich eines Vatertagsausfluges.

 


"Draut" Siebertz im Vereinslokal

Gründer der Karnevalsgesellschaft waren die im Bericht von 1948 erwähnten jüngeren Männer aus der Nachbarschaft der Gaststätte Kels: Conrad Baltasar, Hans Dresbach, Gottfried Giesen, Robert Lingnau, Willi Nußbaum Senior, Karl Siebertz, Franz Stelten, Hans und Jakob Weber, sowie die Wirtin Gertrud Siebertz. Hans Weber wurde Vorsitzender, Hans Dresbach Schriftführer und Conrad Baltasar Kassierer. Zukünftig sollten nur verheiratete Männer als Mitglieder in den Verein aufgenommen werden. Als Vereinskleidung wählte man einen schwarzen Anzug, den ohnehin jeder besaß, sowie einen schwarzen Bibi mit rotem Hutband. Dazu trug man zwei blau-weiße Wollbömmelchen an einer Wollkordel um den Hals, die erstmals "vom Schladers Trina" (Frau von Conrad Baltasar) angefertigt wurden.

In diesem Jahr eröffnete der Flughafen Köln-Bonn den Linienflugverkehr. Die Karnevalsgesellschaft Eischeme Knallköpp hatte sich durch den Beitritt von Peter Büttgen, Hans Schütz, Peter Vielz, Jean Vogt und Herbert Rudas vergrößert. An den Karnevalstagen und zu Sylvester feierten die Knallköpp und ihre Frauen gemeinsam und mit vell Spaß an der Freud, meistens in der Vereinsgaststätte "Beim Draut op de Löng".

Robert Lingnau textete für seinen Verein das "Knallköpplied" und Caspar Lob fand hierfür eine passende Melodie.

Knallköpp, das sind lust'ge Brüder, haben frohen Mut.

Singen lauter lust'ge Lieder, sind den Frauen gut.
Refrain: Singen lauter lust'ge Lieder . . .

Uns're Frauen, die sind gut, komm'n wir spät nach Haus. Haben sie dann schwere Wut, geh'n wir nochmals aus.

Refrain: Haben sie dann schwere Wut . . .

Wir haben es so oft getan, im stehen und im liegen.
Und wenn wir einmal Englein sind, dann trinken wir im fliegen.

Refrain: Und wenn wir einmal Englein sind . . .

Und fliegen wir am Himmelszelt, in dieser großen Welt, dann schreien uns're Frauen hier: "Herrgott, schick uns're Männer wieder!"

Belgische Besatzungstruppen bezogen Kasernen in Spich und Altenrath (1951). Die Gemeinde Troisdorf wurde zur Stadt erhoben (1952).

Schon vor vielen Jahren erhielten die Eschmarer von den Einwohnern der Nachbargemeinden den Spitznamen "De Eischeme Bottemelechs". Vermutlich war man neidisch darauf, da dank der damals vielen Eschmarer Kühe immer ausreichend Buttermilch vorhanden war und daraus im Dorf manch leckere Speise zubereitet wurde.

Da sich so vieles um die Buttermilch drehte, fand sich eine im Dorfleben bekannte Frohnatur, Jakob Wolf, der die Eschmarer Buttermilch zum zentralen Thema der örtlichen Nationalhymne machte. Zur Melodie "Mein Vater war ein Wandersmann" entstand das "Bottemelechsleed".

Die Karnevalsgesellschaft Eischeme Knallköpp organisierte 1953 ihren ersten, aber noch recht kleinen Rosenmontagszug aus Fußgruppen und karnevalistisch gestalteten kleinen Traktorkarren.

Zeitzeugen sagten aus: "Der Zug funktionierte ausgezeichnet und brachte jede Menge Spaß."

Die Mitglieder der Karnevalsgesellschaft beschlossen, fortan aus den eigenen Reihen einen Eschmarer Karnevalsprinzen zu stellen. Von nun an sollte nur noch in den Verein aufgenommen werden, wer sich verpflichtete, einmal das Amt des Eschmarer Karnevalsprinzen zu übernehmen.